Hapkido: Von Daegu nach Paderborn

Hapkido: Von Daegu nach Paderborn

Frühe Entwicklung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Korea von Japan annektiert und erhielt dadurch den Status einer japanischen Provinz mit der Bezeichnung Chosen. Im Zuge der japanischen Herrschaft ist der Koreaner, und spätere Hapkido-Begründer, Choi Yong-sul (1904-1986) nach Japan verschleppt worden. Dort lernte er nach eigener Aussage die japanische Kampfkunst Daito-ryu Aiki-jujutsu.
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Mit der Kapitulation Japans endete 1945 der Zweite Weltkrieg und damit auch die japanische Herrschaft über Korea. So kehrte Choi nach rund 30 Jahren Aufenthalt und Training in Japan zurück in die koreanische Stadt Daegu, wo er einige Jahre später auch sein Dojang ('Trainingsstätte'), das Hapki Yu Kwon Sul Dojang, eröffnete. Choi erklärte, dass er die japanische Kampfkunst in unveränderter Art und Weise weiter unterrichtete.

Verbreitung und Weiterentwicklung

Der Begriff Hapkido, eine kompaktere und inhaltlich varierte Form von Hapki Yu Kwon Sul, wurde 1959 etabliert. In diesem Zusammenhang ist auch Ji Han-jae (*1936) zu nennen. Ji war einer der ersten Schüler Chois und verbreitete Hapkido als reformierten Stil auf der ganzen Welt, sodass Hapkido heute nach dem Taekwondo die weltweit populärste koreanische Kampfkunst ist.

Aufgrund der Tatsache, dass Ji die ursprünglich japanische Kampfkunst um weitere Techniken (z. B. eine Vielzahl von Fußtritten) ergänzte, wird er neben Choi als Hapkido-Begründer anerkannt. Dank Jis hervorragender politischer Vernetzung, wurde Hapkido schnell als Kampfsystem der koreanischen Polizei eingesetzt, so dass Ji immer mehr Schüler gewinnen konnte, die ihrerseits wieder neue Stile gründeten.

Porträts wichtiger nationaler und internationaler Pioniere des Hapkidos aus den 70er- und 80er- Jahren:

Vielfalt der Stile

In der bisherigen Historie des Hapkido entwickelten sich zahlreiche stilistische Modifikationen, die zumeist entweder auf die Lehre von Ji Han-jae oder Choi Yong-sul Bezug nehmen. Bedeutsame Stile sind heute beispielsweise Hankido, Jin Jung Kwan oder Kuk Sul Won/Hanminjok. Letzterer Stil wurde von Suh In-hyuk und dessen Bruder Seo In-sun unter Einflussnahme chinesischer Kampfkünste entwickelt. Ein Schüler des Kuk Sul Won, Pak In-syhuk (1938-1995), kam 1965 als Bergarbeiter ins Ruhrgebiet und unterrichte dort fortan diesen Hapkido-Stil.

Hapkido in Deutschland

Auch wenn Pak In-shyuk einige Jahre später Deutschland in Richtung Kanada verließ, blieb sein Verständnis des Hapkido in Deutschland erhalten und wurde von seinem Schüler Karl-Heinz Kickuth weitergetragen. So wurden in den Folgejahren neue Hapkido-Vereine gegründet, in denen nach dem "Lehrsystem Karl-Heinz Kickuth" (heute Jun Tong Won Hapkido) trainiert wurde. Von 1967 bis 1980 war Karl-Heinz Kickuth der persönliche Lehrer von Detlef Klos und ein Wegbereiter des Hapkidos in Nordrhein-Westfalen (Stammbaums).

Hapkido in Paderborn

50 Jahre nach dem Choi Yong-sul in Daegu sein Dojang eröffnete, erreichte Hapkido im Jahr 2001 schließlich auch Paderborn. Gegründet von Paderborner Studenten entwickelte sich der Hap-Ki-Do Club Paderborn zu einem Verein, der inzwischen über 100 Mitglieder im Alter zwischen 10 und 60 Jahre zählt. Seit 2010 unterrichtet Großmeister Detlef Klos (9. Dan) in Paderborn und bereichert durch seine Expertise und Erfahrung das Training spürbar.

Seit 2014 ist der Hap-Ki-Do Club Paderborn Mitglied im koreanischen Weltverband; der World Kido Federation - Hanminjok Hapkido Association; unter der Leitung von In Sun Seo. Ziel der Mitgliedschaft ist es, die internationale Vernetzung unseres Vereins zu fördern und Kontakte zu koreanischen Hapkido-Lehrern zu pflegen. Durch den Verbandsbeitritt hat unser Verein 2015 erstmals Teilnehmer zur WM in Südkorea entsenden können und wird darüber hinaus zukünftig auch die Zusammenarbeit der europäischen Hanminjok-Gemeinschaft unterstützen (Spanien, Schweden, Belgien, Irland, Frankreich, Griechenland, Deutschland).


von Fabian Ludolph, Oktober 2013
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Hinweis: Für tiefergehende Zusammenhänge ist die Danarbeit "Die Geschichte des Hap-Ki-Do" von Jens Thiel lesenswert.

Die Fallschule ist dem Judo / Jujutsu entlehnt, die Fusstechniken des Hap-Ki-Do ähneln dem Taekwondo, Karate und Kickboxen .
Ebenso existieren durch den Bezug auf den selben Mudo-Meister Ähnlichkeiten mit dem Aikido.
Klassische Schläge des Karate / Kung Fu werden ebenso wie das Boxen des Kickboxen praktiziert.
Die Selbstverteidigung wird wie im Wing Tsun oder Krav Maga gewährleistet.

Hapkido deckt alle Bereiche der Selbstverteidigung, Kampfkunst und Kampfsport in Paderborn ab.
ab.